H2-1.1 Organisatorische Tätigkeiten

Bärbel Dangel

Pflegefachliche Aufgaben und Anforderungen lassen sich grundsätzlich in organisatorische und fachlich-inhaltliche Tätigkeiten einteilen.

H2-1.1 Organisatorische Tätigkeiten 

An der Versorgung und Begleitung von pflegebedürftigen Menschen sind immer mehrere Personen, Berufe und Einrichtungen beteiligt. Jeder Kontakt zwischen den Beteiligten ist eine Schnittstelle¹, die das Risiko mit sich bringt, dass Informationen verloren gehen, unvollständig, nicht rechtzeitig oder auch nicht zutreffend übermittelt werden. Das kann zu Problemen und Versorgungsunterbrechungen für die zu pflegenden Menschen führen. Schnittstellen liegen innerhalb einer Einrichtung vor, zum Beispiel bei Dienstübergaben oder nach außen im Kontakt zu anderen Einrichtungen sowie den Angehörigen oder Vertreterinnen bzw. Vertretern von Berufen, die auch an der Versorgung beteiligt sind. 

Übergeordnet und zentral ist es, die versorgende Einrichtung als Lebens- und Wohnort von Bewohnerinnen und Bewohnern zu sehen, zu dem sie bzw. er keine Alternativen haben. Damit ist Bewohnerorientierung ein zentrales Merkmal der Anforderungen an Pflegefachkräfte und für die Versorgung und Begleitung der Bewohnerin und des Bewohners. Aus diesem Grund ist es von Bedeutung, die Schnittstellen immer auch aus der Sicht der zu pflegenden Menschen und nicht ausschließlich aus Sicht der Einrichtung zu betrachten. 

Abbildung H2.1 stellt die beruflichen Kontakte, die Pflegefachkräfte haben, unterschieden nach dem Umfeld des pflegebedürftigen Menschen, den externen an der Versorgung und Begleitung beteiligten Berufe und Einrichtungen und den in einer Pflegeeinrichtung Tätigen zusammen, die für die Gewährleistung einer bewohnerorientierten pflegerischen Versorgung von Bedeutung sind. 

Die Pflegefachkraft hat Funktionen auch an den Schnittstellen der vollstationären Einrichtung zur vorherigen Lebens- und Versorgungssituation der Bewohnerin und des Bewohners. Die Art und Weise des Einzugs und das Einleben sind entscheidend dafür, dass Bewohnerinnen und Bewohner den neuen Ort als Lebensmittelpunkt akzeptieren (können). Hier sind auch wichtige Informationen für die Pflegeplanung zu erwarten, zum Beispiel zu den bisherigen Gewohnheiten und Alltagsgestaltung. 

1. Externe Kontakte für Pflegefachkräfte in vollstationären pflegerischen Einrichtungen

Kontakte zu externen Personen und Einrichtungen betreffen 

  • die Versorgung vor dem Einzug in die stationäre Einrichtung (Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst, Kurzzeitpflege) oder im Krankenhaus (Überleitung in und Rückkehr aus dem Krankenhaus, Einzug nach Krankenhausaufenthalt),
  • die Versorgung in der stationären Einrichtung: durch Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, Expertinnen und Experten, Dienstleister sowie weitere Fachpersonen.

Die sich daraus ergebenden Informationen lassen sich in drei unterschiedliche Ebenen untergliedern:

  • vor dem Einzug in die stationäre Pflegeeinrichtung geht es um Informationen aus dem bisherigen Leben und zur Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner,
  • nach dem Einzug in die Pflegeeinrichtung steht die Bedarfs- bzw. Bedürfniserhebung zur Planung einer gewohnten und angemessenen Versorgung im Vordergrund. Beides geschieht im Kontakt mit den pflegenden Angehörigen‚ dem sozialen und familialen Umfeld, Betreuerinnen und Betreuern, ehrenamtlich Tätigen, der Selbsthilfe oder gemeindeorientierten Aktivitäten.
  • Bei Transfers ins Krankenhaus und nach dem Krankenhausaufenthalt werden für die weitere Versorgung relevante Informationen übermittelt. 

Das Ziel ist es, Übergänge zwischen den Institutionen so zu gestalten, dass eine kontinuierliche Versorgung für Bewohnerinnen und Bewohner gewährleistet wird. Grundlage sind eine fachliche Erhebung von Informationen, eine kriteriengestützte Kommunikation und festgelegte Verfahrensschritte in der Einrichtung nach fachlichen Gesichtspunkten und unter Beteiligung der Pflegefachkräfte.

Bei der Arbeit in Modelleinrichtungen ist deutlich geworden, dass es bei Verlegungen von pflegebedürftigen Menschen aus dem Krankenhaus häufig zu Problemen und Informationsverlusten kommt.

Hintergrund und Problem: Folgende Aspekte kennzeichnen häufig eine Verlegung von Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Krankenhaus:

  • Fehlende oder zu spät übermittelte Informationen zum Entlassungszeitpunkt aus dem Krankenhaus,
  • Entlassungen erfolgen zeitlich ungünstig (Freitagnachmittag, zur Mittagszeit),
  • Fehlende Informationen zur Versorgung und Situation des Pflegebedürftigen im Krankenhaus,
  • keine Mitgabe von Medikamenten,
  • keine oder unterschiedliche Informationen zur Medikation,
  • keine oder wenig Informationen zur pflegerischen Versorgung im Krankenhaus (keine pflegerischen Überleitungsformulare),
  • im Krankenhaus sind die Informationen zur Versorgung und zur Situation
    der Bewohnerin bzw. des Bewohners nicht berücksichtigt worden,
  • in der stationären Pflegeeinrichtung werden Informationen aus dem Krankenhaus zur Versorgung des Pflegebedürftigen unzureichend in die Pflegeplanung aufgenommen und umgesetzt. 

Konsequenzen 
Für Bewohnerinnen und Bewohner sind Brüche in der Versorgungskontinuität:

  • fehlende ggf. nicht unmittelbar zu beschaffende Medikamente,
    • Kontaktaufnahme zu Hausarzt bzw. Hausärztin nicht möglich (Freitag),
    • pflegerische Maßnahmen können nicht unmittelbar fortgeführt werden,
    • ärztliche Behandlung kann nicht fortgesetzt werden (Behandlungspflege),
    • erforderliche Zeit für ein Gespräch und die Aufnahme durch die Pflegefachkraft steht nicht zur Verfügung,
    • Angehörige sind ggf. nicht informiert.
  • Für Pflegefachkräfte sind die folgenden Aspekte von Bedeutung:
    • Schwierigkeiten und/oder hoher Zeitaufwand, um Medikamente zu beschaffen (neue Medikamente, Verblisterung),
    • Zeitaufwand für Telefonate mit dem Krankenhaus,
    • die Rückkehr der Bewohnerin bzw. des Bewohners ist zeitlich nicht eingeplant,
    • Bezugspflegefachkraft ist ggf. nicht im Dienst,
    • die Pflegefachkraft im Dienst hat keine Zeit, die Bewohnerin bzw. den Bewohner aufzunehmen (weil Verlegung nicht einplanbar war),
    • keine Vorbereitung für die Rückkehr der Bewohnerin bzw. des Bewohners möglich (aufgrund kurzfristiger Ankündigung),
    • zeitaufwendige Gespräche mit Angehörigen müssen spontan und ungeplant geführt werden. 

Ziel: Sicherung einer kontinuierlichen Versorgung bei Verlegung in oder Aufnahme aus dem Krankenhaus

Aufgabe und Ziel ist es, Übergänge bzw. Überleitungen zwischen Krankenhaus und stationärer Pflegeeinrichtung so zu gestalten, dass eine kontinuierliche Versorgung für die Bewohnerschaft gewährleistet wird. 

Dafür sind folgende Hinweise hilfreich:

  1. In der pflegerischen Einrichtung sollte eine fachliche Überleitungsdokumentation erfolgen (Überleitungsbogen) und festgelegte Verfahrensschritte vorhanden sein, die beschreiben, wie die Überleitung in das Krankenhaus in akuten oder geplanten Situationen erfolgen soll. So ist gewährleistet, dass auch bei akuten Verlegungen das Krankenhaus schnellstmöglich die für eine kontinuierliche Versorgung erforderlichen Informationen erhält.
  2. Bei Verlegungen aus dem Krankenhaus in eine Pflegeeinrichtung sollten die bestehenden rechtlichen Regelungen für die Entlassung aus der Klinik bekannt sein. Sie können Grundlage sein, um mit Pflegefachkräften und Ärztinnen und Ärzten der Klinik in Kontakt zu treten, um fachlich und begründet die Sachverhalte für die weitere Versorgung bzw. die Probleme, die beim Informationstransfer vorliegen, anzusprechen. 

Folgende Maßnahmen können für eine stationäre Pflegeeinrichtung hilfreich sein, Probleme bei der Überleitung ins Krankenhaus zu vermeiden bzw. zu lösen.

Maßnahme: Nutzung eines Überleitungsformulars, das fachliche Angaben enthält. 

Eine pflegefachliche Überleitung sollte folgende Angaben enthalten:

  • zur Person und zu Bezugspersonen, wenn abgestimmt,
  • zur pflegerischen Versorgung,
  • zur sozialen Lebens- und Wohnsituation,
  • zu Ansprechpersonen (Angehörige, Ärztinnen und Ärzte, usw.),
  • pflegefachliche Inhalte im Sinn notwendiger und ausreichender Versorgung in Verbindung mit Selbständigkeit, Ressourcen, Wünschen, Vorlieben und Eigenheiten des Pflegebedürftigen (häufig orientiert an den Verrichtungen oder Aktivitäten des täglichen Lebens) einschließlich verbundener und ergänzender Maßnahmen, auch der Förderung, Anleitung, Beratung oder zu rechtlichen Regelungen und Erklärungen, die die Versorgung betreffen,
  • Informationen zu spezifischen Pflegebedarfen: Wunden, Schmerzen, usw.,
  • Informationen, die darüber hinaus für die weitere Versorgung relevant sind (Patientenverfügung, andere Regelungen, Allergien, Unverträglichkeiten, implementierte Geräte oder Implantate, Hilfsmittel, usw.),
  • Angaben zur Orientierung und Mobilität.

Ein Überleitungsformular sollte einen übersichtlichen Umfang haben, deshalb ist es sinnvoll, bei besonderen Bedarfen spezifische Dokumentationen, Formulare oder Visualisierungen ergänzend beizulegen (z.B. Wunden; ggf. auch als elektronische Dokumente).

Jede Einrichtung verfügt und nutzt je nach verwendetem Pflegedokumentationssystem Überleitungsformulare. Der folgende Auszug aus einem Überleitungsbogen (vgl. Abbildung H2.2) zeigt, wie beispielsweise die Selbständigkeit bei den täglichen Verrichtungen dokumentiert werden kann.

Maßnahme: Kenntnis der rechtlichen und fachlichen Grundlagen zur Sicherung einer kontinuierlichen Versorgung der Bewohnerin bzw. des Bewohners bei der Überleitung aus einem Krankenhaus.

  • Kennen der rechtlichen Grundlagen für die Entlassung aus dem Krankenhaus.
  • Überprüfen, ob die erhaltenen Informationen und Materialien aus dem Krankenhaus bei der Überleitung des Patienten in die Einrichtung den Kriterien entsprechen.
  • Gesprächsgrundlage für die Kontaktaufnahme mit dem Krankenhaus
  • Fachlich begründete Argumentation mit Pflegefachkräften im Krankenhaus

Die Kenntnis der fachlichen und rechtlichen Regelungen für eine Entlassung aus dem Krankenhaus kann als Hilfe bei Fragen zu Entlassungen von Bewohnerinnen und Bewohnern genutzt werden. Bei fehlenden Informationen, „schlecht“ verlaufenden Überleitungen und erforderlichen Nachfragen dient sie als Hilfe für die eingeforderten Begründungen.

Die Handreichung für Pflegefachkräfte bei Überleitungen/Entlassungen von Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Krankenhaus und Checkliste (Arbeitshilfe AH2-1.1) zur Evaluierung von Überleitungen/Entlassung von Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Krankenhaus (Arbeitshilfe AH2-1.2) fassen die wesentlichen Regelungen und Festlegungen zusammen, sie können auf den Wohnbereichen und Einrichtungen hinterlegt werden.

2. Einrichtungsinterne Schnittstellen im Netz der versorgenden Berufe

An der Versorgung und Begleitung der in vollstationären Pflegeeinrichtungen lebenden Bewohnerinnen und Bewohner arbeiten Angehörige verschiedener Berufe und Funktionen zusammen. 

Schnittstellen bestehen in der Regel zwischen:

  • Pflegefachkräften und den Fachkräften in Leitungsfunktion (Wohnbereichs-, Pflegedienstleitung) oder Funktionen in der Versorgung (Qualitätsmanagement, weitere Stabsstellen),
  • Pflegefachkräften und in der Pflege Tätigen mit einjähriger Ausbildung oder ohne Ausbildung,
  • Pflegefachkräften und den Mitarbeitenden der Beschäftigung,
  • Pflegefachkräften und den Mitarbeitenden in Küche, Hauswirtschaft und Technik,
  • Pflegefachkräften und den Mitarbeitenden aus den therapeutischen Berufen,
  • Pflegefachkräften und weiteren Mitarbeitenden,
  • Pflegefachkräften und den Bewohnerinnen und Bewohnern im Rahmen der Versorgung.

Hintergrund und Problem: Je nach Funktion und Aufgabe nehmen die jeweils Beteiligten die hilfebedürftigen Menschen und ihre Situation verschieden wahr. Sie haben unterschiedlich intensiven Kontakt zu Bewohnerinnen und Bewohnern und schätzen Situationen vor dem Hintergrund ihrer fachlichen Kompetenz jeweils anders ein. 

Die Notwendigkeit des Austauschs wird am Beispiel der „Alltagsbegleitung“ (Beschäftigung) deutlich: Pflegefachkräfte sind im Rahmen der Pflegeprozessplanung zuständig für die Bedarfserhebung, Planung und Evaluation der alltäglichen Aktivitäten der Bewohner und Bewohnerinnen. Die Alltagsgestaltung ist häufig ein von Pflegefachkräften an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „Beschäftigung“ abgegebener thematischer Bereich. Für die „Zuweisung“ der Bewohnerinnen und Bewohner „zur Beschäftigung“ ist eine Informationssammlung erforderlich: Biografische, berufliche Angaben, Vorlieben usw. der Pflegebedürftigen sollten systematisch Grundlage für die Beschäftigungsaktivitäten sein. Pflegefachkräfte haben so Informationen für diesen Bereich der Alltagsgestaltungen für ihre Bewohnerschaft, sie können Maßnahmen der Alltagsbegleitung bewerten, einbeziehen und haben einen wichtigen Aspekt im Blick.

Informationen zur Beschäftigung sollten nicht beiläufig (in der Pause oder auf dem Flur) zwischen den Beteiligten ausgetauscht werden. Eingeplante Gesprächsmöglichkeiten in Form von Übergabe- und Auswertungsgesprächen helfen, Informationen zur Umsetzung und Wirkung von alltagsorientierten Maßnahmen regelmäßig und systematisch zu vermitteln. 

Ziel: Zur Vermeidung von Informationsverlusten ist die Einführung von regelmäßigen Gesprächen, die durch Kriterien strukturiert sind, eine praktikable und effektive Möglichkeit. 

Formulare zur strukturierten Gesprächsführung (Gesprächshilfe) und ein Leitfaden helfen, ein Gespräch zur Übergabe oder Auswertung der Maßnahmen der Alltagsbegleitung in festgelegter Zeit durchzuführen.

Ergebnisse eines solchen Vorgehens sind: 

  • planbarer und effektiver Informationsaustausch zwischen Pflegefachkräften und Mitarbeitenden der Alltagsbegleitung,
  • regelmäßige Termine, an denen jeweils eine festgelegte Zahl von Bewohnerinnen und Bewohnern besprochen werden sollten (nicht alle), erprobt wurden Zeiten von 10 bis 15 Minuten pro Bewohnerin bzw. Bewohner,
  • Pflegefachkräfte haben die Möglichkeit, Maßnahmen der Alltagsbegleitung zu evaluieren im Hinblick auf ihre Wirkung und Sinnhaftigkeit und können darüber ein konstruktives Gespräch mit den Mitarbeitenden der Beschäftigung führen.

Ziel kann auch die Schulung von eher unerfahrenen Pflegefachkräften sein. Sie erwerben nach und nach Wissen und Fähigkeiten für das Führen von Gesprächen, die Interpretation der Ergebnisse und eine Vermittlung der Begründungen an die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner.

Diese Form der Evaluation und des strukturierten Gesprächs dient der Versorgungsqualität. Sie kann sowohl bei individuellen Angeboten (Arbeitshilfe AH2-1.3a) der Alltagsbegleitung wie auch bei Gruppenaktivitäten (Arbeitshilfe AH2-1.3b) angewendet werden.

Maßnahmen: Strukturierte Übergaben zwischen Pflegefachkräften und Mitarbeitenden der Beschäftigung (Arbeitshilfe AH2-1.4)

Die sogenannte „Beschäftigung“ meint Maßnahmen der bewohnerorientierten Alltagsgestaltung und -umsetzung. Pflegefachkräfte sind in der Verantwortung, über die Informationssammlung bei Bewohnerinnen und Bewohnern Interessen und biografiebezogene Alltagsverläufe und Tätigkeiten zu erheben und diese Informationen an die Mitarbeitenden der Alltagsbegleitung2 zu übermitteln. 

Durch einen Leitfaden, der Informationen zur Umsetzung von Alltagsorientierung enthält, und ein kurzes Gesprächsprotokoll sollen Pflegefachkräfte kompetent und sicher Übergabegespräche und Auswertungsgespräche führen und fachlich und begründet argumentieren können. 

Der Leitfaden gibt eine Struktur vor, wie „Beschäftigung“ durch die Pflegefachkräfte in pflegefachliches Handeln integriert und gesteuert wird. Die Abfolge der Schritte beinhaltet eine systematische Auswertung der Alltagsgestaltung im Gespräch zwischen Pflegefachkräften und Mitarbeitenden der Beschäftigung. Im Hinblick auf Erkennen und Wahrnehmung von Veränderungen oder Merkmalen sollten die Mitarbeitenden der Beschäftigung geschult werden. 

Hintergrund und Problem: Auch für die Zusammenarbeit von Pflegefachkräften und Pflegekräften besteht die Notwendigkeit des regelmäßigen fachlichen Austauschs.

Ziel: Ein regelmäßiger und systematischer Informationsaustausch ist ein wichtiges Element für die Kommunikation zwischen Pflegefachkräften und Pflegekräften. Informations-, und Wissenslücken können vermieden, die Zusammenarbeit verbessert und die Pflege von Bewohnerinnen und Bewohnern kontinuierlich gestaltet werden.

Maßnahme: Eine interessante Möglichkeit für einen fachlichen Austausch bieten kollegiale Gespräche. (Arbeitshilfe AH2-1.5)

Die Bezugspflegefachkraft wertet die Pflegeberichte in der Pflegedokumentation der Pflegekräfte anhand eines strukturierten Protokolls aus. Das Protokoll sollte Grundlage für ein gemeinsames Gespräch über die Bewohnerin bzw. den Bewohner sein, der Pflegekraft fachliche Anregungen geben und auf Sachverhalte aufmerksam machen, die verbessert werden sollten. 

Ein solches kollegiales (nicht sanktionierendes) Gespräch führt zur Entwicklung und Förderung von Qualifikation, dient der Qualitätssicherung und kann im Rahmen der Delegation von pflegerischen Leistungen an Nicht-Pflegefachkräfte, der Begleitung und Auswertung der delegierten Leistungen eingesetzt werden.

Die Pflegefachkräfte erwerben Fähigkeiten, sich ein Urteil zu bilden, wertschätzend zu kommunizieren und Einschätzungen abzugeben. Sie sind in der Lage, Konsequenzen zum Beispiel für notwendige Schulungen zu formulieren. 

Ein so umgesetztes strukturiertes kollegiales Gespräch kann Grundlage für regelmäßige Evaluation und Austausch zwischen Pflegefachkraft und Pflegekraft sein, im Hinblick auf:

  • den Austausch über Bewohnerinnen und Bewohner,
  • das Erkennen von Anleitungs- bzw. Schulungsbedarf bei Pflegekräften,
  • den Fortbildungsbedarf bei Pflegekräften,
  • den Anlass für Informationen.

Ein strukturiertes kollegiales Gespräch kann auch mit und im Team angewendet werden.


Fußnote

1   Eine Schnittstelle bezeichnet einen Handlungs-, Funktions-, Organisations- oder Verantwortungsübergang zum Beispiel zwischen zwei Fachpersonen oder Einrichtungen, bei denen die Inhalte, Zuständigkeiten oder Abläufe zu klären oder zu vereinbaren sind, damit es nicht zu Missverständnissen oder Problemen kommt.

2  In den Einrichtungen werden verschiedene Bezeichnungen verwendet: am geläufigsten sind Alltagsbegleitung und Beschäftigung


Updated on 18. Juli 2019

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